VDI 2077 Bilanzverfahren - nein danke
VDI 2077 Bilanzverfahren - nein danke
Heizkosten gerecht und ehrlich? VDI 2077 - Bilanzverfahren, nein danke!
Heizkosten gerecht und ehrlich?  VDI 2077 - Bilanzverfahren, nein danke!

Die Probleme mit der Korrekturberechnung nach      VDI 2077 BV

Bei dieser und allen weiteren Betrachtungen sind mit der Größe "100 % Brennstoffkosten -verbrauch", stets nur die Brennstoffkosten für Heizwärme (QHW) gemeint, also die Gesamtkosten für den Wärmeenergieverbrauch (Q) minus der Kosten für die Warmwasseraufbereitung (QTE), also (Q - QTE = QHW). 

 

Auf dieser Seite wollen wir die Korrekturrechnung für die Verbrauchskostenabrechnung mit dem Bilanzverfahren der VDI 2077 näher betrachten. Diese Berechnung ist das Herzstück des Bilanzverfahrens und eine eigenständige Berechnung innerhalb der jährlichen Heizkostenabrechnung. Dazu verdeutlichen wir uns zuerst einmal das Kostenverteilungsverhältnis nach Heizkostenverordnung. Die nächste Grafik Bild 12 zeigt die beiden möglichen Grenzproportionen 30 % Grundkosten zu 70 % Verbrauchskosten, sowie 50 % GK zu 50 % VK der Abrechnungsverhältnisse (blau = Summe der Betriebskosten und rot = Brennstoffverbrauchskosten).

Die HeizkostenV gestattet aber auch jeden anderen Abrechnungsschlüssel der Verbrauchskosten zwischen 50 % und 70 %,  soweit diese Grenzwerte für den Verbrauchskostenteil nicht überschritten werden. Wir wollen aber im folgenden nach der Betrachtung des Bildes 12 nur die Abrechnungsproportion 50 % GK und 50 % VK betrachten. Um den Beispielen gedanklich folgen zu können, wird zur Vereinfachung in den darauf folgenden Beispielrechnungen und Grafiken auch stets nur von 10% Betriebskosten ausgegangen, die in der Praxis auch einen anderen Wert annehmen können. Bekanntlicherweise werden die Grundkosten über den Umlageschlüssel, in der Regel die Wohnfläche (Quadratmeter) und der Verbrauchskostenteil nach den erfassten HKV-Einheiten berechnet.

 

Bild 12 - Grafische Darstellung der Abrechnungsverhältnisse nach Heizkostenverordnung in den Grenzwerten für die Verbrauchskosten. (Quelle: rrd-privat)

 

 

Der Grafik kann man entnehmen, dass bereits im Grundkostenteil neben den Betriebskosten immer auch ein konkreter Anteil am Brennstoffverbrauch steckt, je nach Verteilerproportion und Größe des Betriebskostenteils. Dies ist für die weiteren Betrachtungen in mehrfacher Weise von Bedeutung und für die Überprüfung der mathematischen Richtigkeit der Korrekturrechnung mit dem Bilanzverfahren der VDI 2077 sehr wichtig.

Wird zur Grundabrechnung der Jahresheizkosten mit der Verteilerproportion nach HeizkostenV zusätzlich die VDI 2077- BV Korrekturrechnung durchgeführt, dann entsteht eine separate, vorerst eigenständige Berechnung, die dokumentiert werden muss. Das Ergebnis dieser wohnflächenbezogenen Korrekturberechnung wird dann bei der Heizkosteabrechnung für den einzelnen Wohnungsnutzer mit den ursprünglichen Kosten des Verbrauchskostenteils (VK Originalabrechnung) verrechnet.

Der Grundkostenteil bleibt dabei aber in seiner ursprünglich, nach HeizkostenV errechneten Form und Größe unverändert (GK Originalabrechnung).

Dies ist absolut richtig, da die Kostenverzerrungen durch die differenzierte Rohrwärmeabgabe allein im Verbrauchskostenteil der Liegenschaftsabrechnung (VK Originabrechnung) entstehen.

Denn dort werden die erfassten Einheiten der eHKV in Kosten umgerechnet, was ja bekanntlich bei vielen Einrohrheizungen mit eHKV zu den o. g. Kostenverzerrungen führt.

Schaut man sich aber diese BV-Korrekturberechnung einmal genauer an, so erkennt man sehr schnell eine mathematische Ungereimtheit. Für den einzelnen Wohnungsnutzer, der ofmals nur seine Jahresheizkostemabrechnung betrachtet, lässt sich das Problem aber nur schwer erkennen.

 

Bewerten Sie bitte jetzt erst einmal unsere Darstellungen und Rechenbeispiele:

Die folgenden graphischen Tafeln Bild 13, 14 und 15 sind vereinfacht dargestellt, aber dennoch beispielwertig und entsprechen dem Prinzip mit folgenden Daten:

 

Gesamtkosten: 20 000 Euro, aufgegliedert in

Betriebskosten:  2 000 Euro (blau) entspricht 10 % der Gesamtkosten (was durchaus real sein kann) und

Brennstoffverbrauch: 150 000 KWh

Brennstoffkosten: 18 000 Euro

Summe der erfassten Einheiten der Liegenschaft: 20 000 eHKV-Einheiten

Abrechnungsproportion: 50 % Grundkosten und 50 % Verbrauchskosten.

 

Dann sind 90 % der Gesamtkosten reine Brennstoffkosten (rot).

Diese verteilen sich zu 4 Teilen auf den Grundkostenteil und zu 5 Teilen auf den Verbrauchskostenteil Bild 14.

 

 

Bild 13 - Graphische Darstellung der Abrechnungsproportion 50 % GK und 50 % VK. 1/10 Betriebskosten, 4/10 Brennstoffkosten im Grundkostenteil und 5/10 Brennstoffkosten in Verbrauchskostenteil der Liegenschaft. (Quelle: rrd-privat)

 

Bild 13 zeigt uns auch, dass es egal ist auf welcher Ebene die Berechnungen durchgeführt werden, da ja jederzeit auch KWh in Euro, also Energieverbrauch in Kosten bzw. umgekehrt sich darstellen lassen.

 

Hinweis: Beim BV der VDI 2077 wird aber bezogen auf Bild 13 mit anderen (falschen) Daten gerechnet.

Brennstoffkosten in den GK 9000.- Euro bzw. 75.000 KWh und der Brennstoffkostenanteil in den VK ebenfalls 9000.- Euro bzw. ebenfalls 75.000 KWh, was die Proportion GK zu VK verschiebt. Doch dazu später mehr.

 

Wir wollen jetzt aber die Anteilsdarstellung der verbrauchten Brennstoffmenge der Liegenschaft anwenden, da sonst das Problem möglicherweise verwischt und unübersichtlich wird.

Im Beispiel Bild 14 sind dies 4/10 oder 40% der Gesamtkosten, was 44,4 % der Brennstoffkosten in den GK entspricht und 5/10 Brennstoffkosten im Verbrauchskostenteil, also 50 % der Gesamtkosten, was 55,6 % der Brennstoffkosten ausmacht.

Die entspr. Energieanteile bzw. die realen Kostenanteile können Sie Bild 13 entnehmen.

 

 

Bild 14 - Zuordnung der Brennstoffkosten nach HeizkostenV, Verteilmaßstab 50 % GK zu 50 % VK und 10 % Betriebskosten. (Quelle: rrd-privat)

 

Da wir oben festgestellt haben, dass die Kostenverzerrungen durch nichterfasste Rohrwärmeabgaben in den Wohnungen ausschließlich im Verbrauchskostenteil der Liegenschaftsberechnung entstehen, sind diese auch nur dort zu beseitigen bzw. zu korrigieren. Doch für die Berechnung der Verbrauchskostenkorrektur für die Liegenschaft mit VDI 2077 BV werden

100 % Brennstoffkosten angesetzt. Also in unserem Beispiel 9/10 der Gesamtkosten, auch wenn diese in Kilowattstunden ausgedrückt werden  (Bild 16 - s. Wärmemenge der Liegenschaft, erste Zeile).

Sehr unverständlich, denn ein Teil der Brennstoffkosten ist ja durch die Grundrechnung nach HeizkostenV für die Grundkosten schon berechnet und in Euro ausgedrückt Bild 13.

 

Warum dann noch mit 100 % Brennstoffkosten rechnen?

 

Wir können diese Frage leider nicht beantworten, aber aufzeigen, warum dieser Rechenansatz für die Heizkostenabrechnung mit VDI 2077 BV falsch ist.

Zuvor möchten wir gern die Diskussion darüber etwas anschieben.

So haben uns einige Leser geschrieben, von denen wir hier diesen Ausschnitt als Beispiel wiedergeben möchten.

"....Wenn ich herausfinden möchte wieviel der verbrauchten Wärme wirklich durch HKVs erfasst wurde, dann muss ich die verbrauchte Wärme insgesamt betrachten. Denn nur so kann ich feststellen wieviel Wärme nicht erfasst wurde. An der Formel für den Verbrauchswärmeanteil ist überhaupt nicht zu rütteln. Eine Energiebilanz geht immer von 100 % aus. Sie ist sonst ziemlich sinnlos...".

Wir sehen die Dinge jedenfalls etwas anders. Auf dem ersten Blick - ein okay zu dieser Meinung. Aber sehen wir näher hin.

Als erstes eine Begriffserklärung: Energie wird in Kilowattstunden (KWh) dargestellt. Eine gekaufte Kilowattstunde hat aber auch immer einen konkreten Preis. So ist also Energieverbrauch bzw. eine Energiegröße auch immer ein Kostenausdruck.        

Betrachten wir die Heizkostenabrechnung für die Liegenschaft, so fällt in vielen Fällen auf, dass vom Gesamtenergieeinsatz (also 100%) der Brennstoffanteil für die Warmwasseraufbereitung abgetrennt wird (Q - QTE = QHW nach VDI 2077). Akzeptiert man die Amputation des Gesamtenergieaufkommens, dann gilt :

Man kann nur bilanzieren, was zur Verfügung steht. So wird der noch zur Verfügung stehende Anteil der Energieaufwendungen in Kosten ausgedrückt, als >Heizkosten< bezeichnet und erneut auf 100 % gesetzt. So weit - so gut.

Die HeizkostenV schreibt aber vor, dass das verbrauchte Energievolumen zu teilen ist. So soll ein Teil der nichterfassten Wärmeverbräuche zu gleichen Teilen von allen Nutzern getragen werden (Grundkostenteil) und der andere Teil nach individuellen Verbrauch (Verbrauchskostenteil) der einzelnen Wohnungsnutzer abgerechnet werden. Diese Kostenteilung wird anhand der Liegenschaftsabrechnung durchgeführt und dann auf die einzelnen Wohnungsnutzer umgelegt (Standartabrechnung).

Da die Grundkosten (Betriebskosten- und ein Teil der unerfassten Energiekosten) für jeden einzelnen Nutzer aus einem festen Kostenanteil bestehen, also über den Verteilerschlüssel (in der Regel die Wohnfläche) für jeden Wohnungsnutzer gleich sind, sind hingegen die Verbrauchskosten variabel. Wenn alle Wohnungsnutzer, den ihrer Wohnungsgröße entsprechend "gleichen"

Kostenanteil und damit gleichen Energieverbrauchsanteil bezahlen, kann man dann auch den Brennstoffeinsatz im Grundkostenteil der Liegenschaft von den "neuen" 100 % Gesamtenergieverbrauch abtrennen, analog des Energieverbrauchsteils für die Warmwasserbereitstellung, denn es ist ja eine feste (in jeder Einzelabrechnung fixierte) Größe.

So ist auf jeder Nutzerabrechnung das Energievolumen des Grundkostenteils bereits ausbilanziert und wird dort mit dem Betriebskostenanteil als Finanzgröße ausgewiesen. Für den variablen Abrechnungsteil (Verbrauchskostenteil) ist nun das restliche Energievolumen für die Korrektur mit 100 % anzusetzen.

Schließlich entstehen die Kostenverzerrungen durch nichterfasste, aber differenzierte Rohrwärme in den Wohnungen auch

nur im Verbrauchskostenteil

Als Beleg für die Richtigkeit dieser Ansicht, der Abtrennung des Grundkostenteils vom Heizenergievolumen, ist die Tatsache zu sehen, dass mit Anwendung der BV-Korrekturrechnung der Grundkostenteil aus der Liegenschaftsabrechnung nach HeizkostenV absolut, unberührt bleibt. Somit bleibt die Grundkostenberechnung (über die Wohnfläche) für den einzelnen Nutzer ebenfalls unberührt.

Vielleicht entsteht mit dem Begriff >Bilanzverfahren< eine falsche Betrachtung der Problemlage.

Es gilt nur den proportionalen Energiekonsum des verbrauchsabhängigen Teils der Liegenschaftsabrechnung unter Beachtung der differenzierten Rohrwärmeabgabe für den einzelnen Nutzer zu bilanzieren.

Also warum sollten dann 100% der Energiekosten zur Korrektur des Verbrauchskosatenanteils als Berechnungsbasis dienen?

Jeder andere Ansatz, als das alleinige Brennstoffvolumen des Verbrauchskostenteils für eine Korrekturberechnung anzusetzen, führt zu Fehlergebnissen, was wir mit der nächsten Darstellung belegen möchten.

 

Werden für die Korrekturrechnung mit dem BV 100% Brennstoff angesetzt, muss dann auch anschließend das

Korrekturergebnis auf den Verbrauchskostenteil (in unserem Beispiel 50%) gerechnet werden. Also mit 0,5 multipliziert, um der Verteilungsproprtion von 50 GK zu 50 VK gerecht zu werden. So entsteht aber ein Fehlergebnis, welches auf den ersten Blick nicht sofort zu erkennen ist.

Die nächste Tafel (Bild 15) zeigt dies in der naiven Form der Anteilsdarstellung.

 

 

Bild 15 - Durch den Ansatz 100%, wird das Verteilungsverhältnis unterlaufen und der Energieanteil (Brennstoffkosten) des Verbrauchskostenteils reduziert, was sich auf jede weitere Kostenberechnung auswirkt.(Quelle: rrd-privat)

 

Im obigen Beispiel entspricht die Fehlergröße durch die VDI 2077 BV Korrekturrechnung bei einer Abrechnungsproportion von

50 % Verbrauchskosten = 5 %. Hinweis: nach Bild 13

Dies bedeutet in unserem Beispiel: Fehlergröße im Verbrauchskostenteil von 5 % bei 83 333,33 KWh (entspr. 10 000 Euro Brennstoffkosten) sind dies 4166,65 KWh (entspr. 500 Euro), die falsch und damit ungerecht umverteilt werden.

Bei einer Abrechnungsproportion mit 70 % VK, wäre dann zum Beispiel die Fehlergröße bei Anwendung der VDI 2077 BV Korrekturrechnung mit 100% Brennstoff 7 %. Beim Verbrauchskostenteil unseres Beispiels von 10 000 Euro beträgt dann der Rechenfehler 700 Euro auf die Gesamtrechnung der Liegenschaft, was bei höheren Brennstoffverbrauch bzw. Brennstoffkosten durchaus erheblich mehr Euro sein können.

Diese werden mit der VDI 2077 BV-Korrekturberechnung in den Zusatzeinheiten versteckt. Sie werden aber nicht etwa zu gleichen Teilen auf die Nutzer umgelegt, als vielmehr sehr unterschiedlich und ungerecht unter den Wohnungsnutzern umverteilt, um nicht zu sagen untergemuschelt.

Juristisch nicht geklärt ist die Frage, in wieweit das Abrechnungsverhältnis auf diese Weise verändert werden darf, da der Verbrauchskostenteil von 50 % (Grenzwert) unterlaufen wird. Dies wird unsererseits als "gesetzwidrig" gegenüber der HeizkostenV angesehen.

Die Fehlergröße ist abhängig vom Verteilerverhältnis, der Größe der Betriebskosten und der Brennstoffsubtraktion für die Warmwasseraufbereitung (Q - QTE = QHW ) welche in unseren Betrachtungen aber abgetrennt wurde. Während die Anlagenbetriebskosten sich in der Regel von Jahr zu Jahr nur gering ändern, ist der Brennstoffverbrauch oftmals vom Vorjahr auffällig abweichend. Hängt er doch von vielen Faktoren ab, wie der Härte oder Milde des Winters, dem aktuellen Preis der KWh und vor allem auch dem Heizverhalten der Mieter ab. Damit ändert sich auch von Jahr zu Jahr der oben belegte Fehler durch die BV-Korrekturberechnung in seiner Größe. Nach beisherigen Erkenntnissen bewegt er sich  zwischen 4 bis 9%.

Diese Erkenntnis bedeutet, dass bei einer Korrekturrechnung mit 100 % Brennstoffkosten ein falscher Verbrauchswärmeanteil (Erfassungsrate) ermittelt wird und dann die gesamte weitere Rechnung zu falschen Ergebnissen führt.

Bild 16 - Beispiel einer realen Abrechnung (Eras) nach VDI 2077 Bilanzverfahren, mit 100% Brennstoffkosten und der Anpassung (über den Preis für die Einheiten x 0,7) an die Verteilungsproportion (70% Verbrauchskosten). (Quelle: rrd-privat)

 

Richtig kann deshalb nur sein, allein den Anteil des Brennstoffverbrauchs aus dem Verbrauchskostenteil, in dem die nichterfassten Rohrwärmeabgaben als Kostenverzerrungen auftreten, für eine Korrektur mathematisch in Ansatz zu bringen. Der Brennstoffanteil in den Grundkosten, der ja schon einmal mit der Standartabrechnung nach HeizkostenV über die Wohnfläche berechnet wurde und schon als Betrag für die Endabrechnung der Nutzer feststeht, darf also nicht für eine Korrektur angetastet werden.

Dies wird bei Anwendung des VDI 2077 Bilanzverfahrens offensichtlich bewußt ignoriert. 

 

Bild 15 - Darstellung des falschen Brechnungsansatzes beim VDI 2077 BV mit 100% Brennstoffkosten. (Quelle: rrd-privat)

 

Wie ermittelt man die richtigen Brennstoffanteile in den Verteilungsproportionen?

 

Bei einem Abrechnungsverhältnis von 50 % Grundkosten:

>(Betriebskosten + Brennstoffkosten) x 0,5] minus Betriebskosten = Brennstoffkostenanteil in den Grundkosten<.

(Für einen Grundkostenanteil von 30% ersetzten Sie die Faktor 0,5 in der Formel durch 0,3 und Sie erhalten den Brennstoffanteil in den Grundkosten.)

 

Bestimmen wir jetzt den Brennstoffanteil in den Verbrauchskosten, in denen ja die bemängelten Kostenverzerrungen durch Rohrwärme auftreten, indem Sie den ermittelten Wert von den Gesamtbrennstoffkosten subtrahieren.

>Gesamtbrennstoffkosten minus Brennstoffkosten im Grundkostenteil = Brennstoffkostenanteil in den Verbrauchskosten<     

 

Die drei Kostengrößen (Betriebskosten, Brennstoffanteil im Grundkostenteil und Brennstoffanteil im Verbrauchskostenteil) stehen als 100% Gesamtkosten in einer Wechselbeziehung, die uns die (Bilder 20 und 21) projizieren.

 

 

Bild 20 - Darstellung der Brennstoffanteile an den Grundkosten (50 %) Blau = Betriebskosten. Orange = Brennstoffanteil von 100% Gesamtbrennstoffverbrauch. (Quelle: rdTV)

 

Fügt man zusätzlich die Brennstoffkosten des verbrauchsabhängigen Teils (gelb) in die Grafik, so werden die Gesamtverhältnisse  zwischen Betriebskosten, Brennstoffanteile in den Grundkosten und Brennstoffanteile in den

Verbrauchskosten deutlich.

 

Bild 21 - Wie Bild 20, zum Vergleich wurde der Brennstoffanteil des verbrauchsabhängigen Abrechnungsteils (gelb) hinzugefügt.

 

Am Beispiel des Bildes 20 kann man erkennen, dass die Proportionen von Betriebskosten zu den Brennstoffkosten im Grundkostenteil einer bestimmten Funktion, abhängig vom Verteilerschlüssel, folgen. Erhöhen sich die Beriebskosten um

10 %, so fallen die Brennstoffanteile aber nur um 5 %. Dies soll hier aber nicht weiter diskutiert werden, als vielmehr die Erkenntnis, dass der für die Grundkosten berechnete Brennstoffanteil in der Regel bei ±45 % liegt. Dieser besteht aus den nichterfassten Wärmeabgaben (Gemeinschaftswärme, sonstige Wärmeverluste und einem Teil der Rohrwärmeabgaben der Wohnungen) und wird mit den Betriebkosten über die Wohnfläche als Grundkosten ausgewiesen. Damit darf man diesen Brennstoffanteil nicht noch einmal in eine Korrekturrechnung einbeziehen.

Fügt man wie im Bild 21 zum Vergleich die entspr. Brennstoffanteile des verbrauchsbezogenen Abrechnungsteils hinzu (gelb), werden die realen Größenverhältnisse (Anteile) sichtbar. Dennoch, nur in diesem verbrauchsbezogenen Abrechnungsteil treten die Kostenverzerrungsfehler durch falsche HKV und der nichterfassten Rohrwärmeabgabe auf.

Doch betrachten wir noch einmal die fehlerhaften Korrekturrechnung mit dem BV der VDI 2077.

Nach erfolgter Berechnung der Zusatzeinheiten aus 100 % Brennstoffkosten werden diese den einzelnen Wohnungsnutzern entsprechend des Umlageschlüssels zugeteilt. Zu diesen anteiligen Zusatzeinheiten werden die abgelesenen Einheiten der eHKV addiert. Ab hier werden bei den Abrechnungen verschiedene Wege gegangen.

 

Der Mieterverein Dresden schreibt auf seiner Website [2]:

"Die so ermittelten Gesamt-Verbrauchseinheiten gehen in die Heizkostenabrechnung anstelle der ursprünglich erfassten Verbrauchseinheiten des Nutzers ein."

Das bedeutet: Die mit Hilfe des VDI 2077 BV ermittelten Zusatzeinheiten ergeben mit den erfassten Einheiten dann den Verbrauchskostenteil für den jeweiligen Nutzer. Der oben aufgezeigte Berechnungsfehler steckt auch hier in der Abrechnung, denn der Brennstoffanteil in den Grundkosten wurde ja bereits mit der Standartabrechnung ermittelt und als Grundkostenanteil den Wohnungsnutzer in Rechnung gestellt.   

 

Bei der Korrekturrechnung mit der Eras-Software (Bild 16 oben) wird nach der Ermittlung der Gesamteinheiten (auch aus

100 % Bennstoffkosten) ein neuer Einheitenpreis errechnet. Um aber das Korrekturergebnis dem Verbrauchskostenteil anzupassen, wird dieser Preis mit dem Anteilfaktor der Proportion multipliziert, im obigen Beispiel mit 0,5 (für 50 % VK und

im Bild 16 (s. oben) mit 0,7 für 70 % VK). So werden die Korrekturergebnisse auf der Basis von 100 % Brennstoffkosten scheinbar wieder in die Ausgangsproportion gebracht.

(Bild 13). Anschließend wird das an die Verteilerproportion angeglichene Korrekturergebnis in Euro mit dem Verbrauchsteil in Euro aus der Standartabrechnung verrechnet.

In diesen Rechenweg ist dann das oben dargestellte mathematische Fehlergebnis der seperaten Korrekturrechnung für die Verbrauchskosten implementiert und führt somit zu einer falschen Gesamtheizkostenabrechnung für den Mieter/Nutzer.

 

Doch was meint das Beiblatt zur VDI 2077 zu dem Problem?

 

Auf Seite 18 Kapitel 7 mit dem Berechnungsbeispiel wird uns die Korrekturrechnung demonstriert. Leider führt schon die erste Darstellung (Tabelle 3) zur Verwunderung. Doch dazu sehr Interessantes mehr im Register                                    

Sonstige Probleme mit dem BV.

Verfolgt man den Berechnunsprozess im Beiblatt der VDI 2077 weiter, entdeckt man bald, dass mit Tabelle 4 der gleiche, oben schon beschriebene Proportionsfehler begangen wird. Es werden eben nur die Verbrauchsanteile aus 100% Brennstoffkosten auf einen Verbrauchskostenteil von 50% berechnet, ohne die Betriebskosten zu berücksichtigen. Auch in den folgenden Tabellen und Bildern lacht uns der Fehler immer wieder an ( Bild 2 und 3 der VDI 2077-Richtlinie). Offensichtlich ist vielen der § 7 Abs.2 der Heizkostenverordnung nicht bekannt.

Die Betriebskosten der Anlage sind nun mal nach HeizkostenV Bestandteil der Gesamtabrechnung, wie in unseren Beispielen.

 

 

Doch der im Berechnungsansatz begangene Fehler wirkt sich bereits schon früher an anderer Stelle aus.

Der falsche Berechnungsansatz (100 % Brennstoffkosten) führt auch zu einem fehlerhaften Verbrauchswärmeanteil bzw. einer falschen Korrekturgröße und in der Folge zu einem inkorrekten Preis der Korrektureinheiten und somit zu einem widersinnigen Ausgleich der Heizkostenabrechnung für die einzelnen Nutzer.

 

Berechnung des Verbrauchswärmeanteils aus dem obigen Beispiel (Daten aus Bild 13 angelehnt an [2])

Berechnung: Summe der erfassten Einheiten der Liegenschaft (20 000 Eht) dividiert durch Brennstoffverbrauch (150 000 KWh). 

Falsche Berechnung mit 100 % Brennstoffkosten:         13,33% = 0,1333

Richtige Berechnung mit 70 % Verbrauchskosten:         17,14% = 0,1714   (Fehlergröße zu 100 % :    3,81 % = 0,381 )

Richtige Berechnung mit 50 % Verbrauchskosten:         26,67% = 0,2667   (Fehlergröße zu  100 %:  13,34 % = 0,1334) 

 

und die

 

Berechnung der Korrekturgröße

Konstante (Plausibilitätsgrenze):   0,43  =  43%                     

(Kritische Grenze)                        0,34  =  34%

Falsche Berechnung (100 %)        0,43  -  0,1333 = 0,2967   

Berechnung (70 %)                      0,43  -  0,1714 = 0,2586     (Fehlergröße zu 100%:   0,0381)

Berechnung (50 %)                      0,43  -  0,2667 = 0,1633     (Fehlergröße zu 100%:   0,1334)

 

Diese Werte sagen so direkt dem normalen Wohnungsnutzer nicht viel. Rechnet man diese aber in Grundwärmeeinheiten um, dann geht es in der Regel gleich um einige hundert bzw. tausend Zusatzeinheiten, die dann allen Mietern entspr. ihrer Wohnfläche zugeteilt und mit den abgelesenen Einheiten der eHKV addiert werden.

Die HeizkostenV lässt bekanntlich unterschiedliche Verbrauchskostenanteile zu (von 50 % - 70 %). Das Bilanzverfahren kann diese Vorgabe nicht ändern, was dann logischerweise auch zu unterschiedlichen Ergebnissen und Fehlergrößen führt, da ja der/die Eigentümer über die Verteilerproportion entscheiden. 

Zweifellos ein absurder Zustand.

 

Noch einmal die Frage: Warum werden bei der VDI 2077 BV-Korrekturrechnung die Brennstoffkosten aus dem Grundkostenanteil mit einbezogen - also 100 %, obwohl diese doch schon lt. HeizkostenV über die Wohnfläche den Nutzern berechnet wurden.

 

Wir können diese Frage leider immer noch nicht beantworten.

Wenn wir hier von der Missachtung der mathematischen Grundsätze und nicht nur von einem Fehler oder auch von Fehlern sprechen, dann nur deshalb, da es schwer vorstellbar ist, dass so viele (von den selbsternannten Fachleuten einmal abgesehen), eben auch honorische Spezialisten diese Peinlichkeit übersehen haben sollen.

Skeptiker meinen dazu nur:

Es ist alles so gewollt !

Ein Leser schrieb uns dazu: "....man brauchte ein Ergebnis, um der Kritik zu den Fehlergebnissen bei den Abrechnungen mittels elektrischer HKV-Erfassung etwas entgegen zu stellen....".

 

Nur passen zwei Dinge nicht zueinander:                                                                              

Die HeizkostenV und das Bilanzverfahren der VDI 2077 (trotz der Novellierung der HeizkostenV im § 7 und dem Verweis auf die "anerkannten Regeln der Technik").

Die Rettung kann somit auch nicht die Erklärung der VDI 2077 zur „anerkannten Regel der Technik" sein, denn dies ist angesichts solcher elementarer Mängel und deutlichen Fehlern dann nur noch ein Witz, auch wenn in der VDI 2077-Richtlinie vielleicht nur das Bilanzverfahren fehlerhaft ist.

Faktencheck Anerkannte Regel der Technik.

So sind die Ergebnisse der Korrekturberechnungen nach dem Bilanzverfahren der VDI 2077 mathematisch letztlich immer falsch!

 

Erkenntnis:

Um den Anspruch "wesentlicher Heizwärmeabgaben über die Rohre" nach HeizkostenV § 7 gerecht auszugleichen, ist ein fehlerfreies Korrekturverfahren zu verwenden, schließlich drückt sich für jeden einzelnen Nutzer eine Heizkostenkorrektur in konkreten Euro und Cent aus.                                                                         

Jeder betroffene Bürger hat ein Recht auf Fehlerfreiheit, Korrektheit und Gewissenhaftigkeit bei der Berechnung seiner differenzierten Kostenanteile an den Gesamtverbrauchskosten einer Gemeinschaft. Das Bilanzverfahren der VDI 2077 erfüllt diesen Anspruch nicht!

Alle Heizkostenabrechnungen mit der VDI 2077 BV Korrektur auf der Basis von 100 % Brennstoffkosten sind falsch und nach unserer Ansicht somit ungültig. Letztlich entscheiden aber Sie, ob Ihnen eine fehlerbehaftete Heizkostenabrechnung egal ist und die VDI 2077 BV-Mängel hinnehmen, oder nach neuen Lösungen für das zweifellos, durch die eHKV verursachte, eklatante Rohrwärmeproblem zu meistern. Am Ende werden aber wohl dort, wo die Einsicht der BV-Anwender für einen besseren, gerechteren und ehrlicheren Weg nicht vorhanden ist, die Gerichte entscheiden müssen.

 

Unsere Meinung:

Nicht alles, was scheinbar gut gemeint ist - ist auch gut gemacht! Die Korrekturberechnungen nach VDI 2077 Bilanzverfahren sind falsch!

 

 

Ergänzende Anlagen für Interessenten:

Projektionen wie die Bilder 13 und 15  aber mit Verteilerproportion 30 % GK und 70 % VK.

Bild 13a - Graphische Darstellung der Kostenproportionen 30 % GK und 70 % VK und des Verbrauchskostenanteils von 116 666,667 KWh für den richtiges Ansatz eines Korrekturverfahrens. Siehe auch Bild 17 und 18 (Quelle: rrd-privat)
Bild 15a - Darstellung des doppelt berechneten Brennstoffanteils bei einem Abrechnungsverhältnis von 30 % GK und 70 % VK. Siehe auch Bild 15 (Quelle: rrd-privat)